Die Werferfamilie in Schleswig-Holstein, und nicht nur dort, trauert. Johann Hansen, der große Friese, wohnhaft in Risum, ist tot. Seine sportliche Heimat fand er beim TSV Medelby an der dänischen Grenze, wo er über viele Jahre zusammen mit Gerd Gläser und Gerd Drewniok nationale und internationale Erfolge feierte. Johann, genannt Hanni, wurde viermal Weltmeister und zweimal Europameister und errang mehrere Podiumsplätze bei internationalen Meisterschaften. Neben plattdeutsch und friesisch sprach er auch Dänisch und förderte hier über mehrere Jahre den deutsch-dänischen Senioren-Verbände-Mehrkampf, der abwechselnd in Deutschland und Dänemark ausgerichtet wurde. Seine große Armspannweite, die ihn zu einem besonderen Werfer machte, vor allem im Werfer-Fünfkampf, da er über alle Disziplinen hinweg relativ gleich gut war, ließ ihn nicht nur in der Leichtathletik, sondern auch im Badminton, Erfolge erzielen. So wurde er noch mit 75 Jahren Deutscher Meister im Badminton-Doppel. Im Jahr 2018 verlieh ihm der TSV Medelby die Ehrenmitgliedschaft des Vereins. Während der Coronazeit erlitt er mehrere gesundheitliche Rückschläge, was dazu führte, dass er keine Drehbewegung im Sport mehr machen konnte. Anfang des Jahres 2025 musste er dann leider in ein Seniorenheim in Leck umziehen, wo er am 24. Juli im Alter von 87 Jahren eingeschlafen ist.
Damit endet wohl die große Zeit der Werfer des TSV Medelby, verbunden mit den Namen Harry Baumgart, Christina Hansen, Hanna Wohlgemuth, Christopher Ude im Jugendbereich, sowie, neben den o. g. drei Männern, der sehr erfolgreichen mehrfachen Weltmeisterin Ilse Bellin bei den Seniorinnen.
Die Werfer und der TSV Medelby werden „Hanni“ sehr lange im Gedächtnis behalten. (UC)